Dax geht nach US-Arbeitsmarktbericht noch tiefer in die Knie

von Checkstore

Aus Sorge vor steigenden Zinsen haben Aktionäre in Europa am Freitag die Handbremse gezogen.Der Dax schwächte sich um ein Prozent auf 12.130 Punkte ab, der EuroStoxx50 verlor 0,6 Prozent auf 3356 Zähler. Selbst die mit Spannung erwarteten US-Jobdaten, die schwächer ausfielen als erwartet, stoppten den Abwärtstrend an den Börsen nicht. „Der Trend zeigt nach unten, daran ändert auch der Arbeitsmarktbericht nichts“, sagte ein Händler. Anleger rechnen weiterhin damit, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen schneller anhebt als bislang angekündigt. Das macht festverzinsliche Anleihen für sie attraktiver als Aktien. Börsianer erwarteten auch an der Wall Street fallende Kurse.

In den USA entstanden im September 134.000 neue Stellen, deutlich weniger als erwartet. Zugleich wurde aber der Stellenzuwachs für Juli und August insgesamt um 87.000 nach oben revidiert und die Erwerbslosenquote fiel überraschend deutlich auf 3,7 Prozent. „Das Datenmaterial fiel überraschend schwach aus“, sagte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. „Allerdings dürften schon im kommenden Monat Nachholeffekte auf dem Programm stehen. Vorerst wird den US-Unternehmen die Puste bei Neueinstellungen nicht auszugehen.“

Die viel beachtete Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen notierte mit 3,21 Prozent knapp unter ihrem am Donnerstag erreichten Sieben-Jahres-Hoch von 3,23 Prozent. Auch die Rendite der vergleichbaren Anleihen aus Deutschland zog an, sie notierte mit 0,57 Prozent zeitweise auf dem höchsten Stand seit viereinhalb Monaten.

Der Dollar schwächte sich nach den Arbeitsmarktdaten ab. Der Dollar<.Index, der den Wert des „Greenback“ im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, gab 0,1 Prozent auf 95,62 Punkte nach. In Zuge dessen verteuerte sich der Euro um einen halben US-Cent auf 1,1529 Dollar.

Anleger trennen sich von italienischen Banken

Am Aktienmarkt kamen die Aktien von RWE unter die Räder. Sie sackten um 6,9 Prozent ab und waren Schlusslicht im Dax. Ein Gericht stoppte die umstrittenen Rohdungspläne des Energiekonzerns im Hambacher Forst. RWE rechnet nun ab 2019 jährlich mit einer Ergebnisbelastung in der Sparte Braunkohle & Kernenergie im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Wenig beliebt waren auch die Titel der italienischen Banken. UniCredit, Intesa Sanpaolo und Banco BPM verloren jeweils rund drei Prozent. Der Index für die italienische Finanzbranche rutschte um 2,5 Prozent ab. Investoren sorgen sich davor, dass die Geldhäuser, die auf massiven Schuldenbergen sitzen, ins Straucheln geraten. Wegen des steigenden Renditeabstands zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen haben die Institute im zweiten Quartal im Schnitt 0,4 Prozent ihres Kernkapitals verloren, wie Berechnungen von Analysten ergaben.

An der Londoner Börse sorgte Unilever für Gesprächsstoff, nachdem der Konsumgüterkonzern den geplanten Umzug der Konzernzentrale von Großbritannien in die Niederlande abgesagt hat. Unilever hatte im März eine neue Struktur und dem Umzug von London nach Rotterdam angekündigt. Die Aktien verloren 0,9 Prozent.

Quelle: onvista